Nachdem der Geburtstag des Kindes im letzten Jahr noch Tage danach für Gespräche im Kindergarten gesorgt hatte, Kinder hingen in Tränen aufgelöst an den Knien ihrer Väter und wollten genau dasselbe!, gehen wir dieses Jahr mit ziemlich hohen Erwartungen in Runde zwei. Unsere Erwartungen, versteht sich von selbst. Das Kind wäre nämlich mit einer unspektakulären Schatzsuche vollkommen einverstanden gewesen. Irgendetwas mit Schatzkarte und Ausgraben, oder so.
Das wäre dann allerdings nur der halbe Spaß. Und so sitze ich gute vier Wochen vor dem geplanten Termin hier und feile am diesjährigen Motto. Ich sehe kleine Zelte vor mir, mit Stroh gefüllte Kaffeesäcke zum Sitzen und ein paar bunte Laternen. Einen Tisch mit Cupcakes und Cookies, mit Chocolate-Spoons und in Schokolade getauchten Marshmallowas an langen Zweigen. Ich sehe rote Beutel an Wanderstöcken, in denen sich wunderbare kleine Geschenke finden werden: eine Blechtasse zum Campen, eine faltbare Trinkflasche und eine Lupe, etwa. Überhaupt, die Lupe. Kann man wunderbar Feuer mit machen, findet das Kind. Ich kann also das Lagerfeuer am Abend schon beinahe riechen und die Kinder ihre Grillwürstchen an langen Spießen ins Feuer halten sehen.
Allein, mir fehlt ein Bär.
Ein Bär, höre ich die Damen im Off gerade flüstern, ein Bär? Was will sie denn jetzt mit einem Bären? Stellen Sie sich Herrn elbkind am besten in einem halbdurchsichtigen Papieroverall und Schwimmbrille vor. Er rennt durch den Garten, stößt seltsame Laute aus und wedelt wild mit den Armen. Und dann stellen Sie sich zehn Kinder vor, die das Alien gefangen nehmen und mit Wasserbomben bewerfen dürfen. Die Alienjagd in unserem Garten, letztes Jahr. Womit sich dann auch die Frage beantworten lässt, welcher Teil des Space-Camps die Gäste des Kindes tagelang zur patentierten Beinklammer bei Ihren Vätern getrieben haben mag. (Ich will Genaudasselbe!)
Ich versuche also in diesen Tagen mit nahezu allen Mitteln, Herrn elbkind davon zu überzeugen, dass eine Bärenjagd mit großen Wasserkanonen eine grandiose Idee ist. Ich würde ihm sogar ein Kostüm nähen. Vliesdecke aus Polyester, oder so. Aber er ziert sich, mein Herr elbkind, und kann seine Begeisterung erstklassig überspielen.

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