Sag mal, fragt er über Schulter nach hinten, sag mal, wird das nicht irgendwann langweilig? Schon wieder eine Hochzeit? Für einen Moment habe ich keinen Schimmer, was er meint. Dann dämmert es mir und ich muss lachen. Ich kann mir nämlich gerade tatsächlich keinen Moment vorstellen, in dem mir diese Arbeit keinen Schauer mehr über den Rücken jagen könnte. Schließlich sind die Bräute und ihre Wünsche, Ängste und Sehnsüchte, ebenso wie die Hochzeiten an sich, überraschend unterschiedlich.
Und jede Hochzeit ist etwas Besonderes. Diese so sehr wie die vom Tag zuvor. Nur anders. Wir sind auf dem Weg zu einer Hochzeit im Hamburger Hafen, die Braut wird zu Fuß den Rödingsmarkt hinunter zur Flussschifferkirche laufen. Mit bemerkenswerter Grandezza, versteht sich von selbst, und dabei so selbstverständlich aussehen wie ein weißer, schimmernder Baiser in der Hand eines Hafenarbeiters. Visuell eine Sensation, wenn Sie mich fragen.
Für unser Portrait-Shooting fahren wir später zum Hafenmuseum auf die Veddel. Zwischen alten Kränen und rostigen Containern duftet es nach schwarzem Pfeffer und Seetang und über allem liegt die einzigartige Stimmung des Hamburger Freihafens. Ich bin eine Hamburger Deern, geboren und aufgewachsen, in meinen Adern fließt Elbwasser und so war ich im ersten Moment unsterblich verliebt in diesen Ort . Schon beim ersten Besuch wussten wir binnen Minuten, welche Motive wir shooten wollten.
Angespornt von einer Braut, die über Geröll, Pflastersteine und Schienen balanciert, Leitern empor klettert, auf schmalen Mäuerchen posiert und am Ende wirklich alles ausprobiert hat, was ich ihr vorgeschlagen habe, schieße ich nun Bild um Bild. Das Ergebnis wird mich sehr viel später am Abend stumm vor Staunen und meine Müdigkeit fast vollkommen vergessen lassen.
Ihr wart unglaublich, vielen Dank für den aufregenden, wunderschönen Tag mit Euch - es war mir eine Ehre!






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